»Da ist nichts krampfhaft aktualisiert, nichts angestaubt, vieles dagegen ist inspiriert und einfallsreich. Balázs Kovalik macht aus 'Der verkauften Braut' ein fein ironisiertes Bilderbuchidyll, leicht und doch ganz ernst genommen. Absolut sehenswert.« ...
»Da ist nichts krampfhaft aktualisiert, nichts angestaubt, vieles dagegen ist inspiriert und einfallsreich. Balázs Kovalik macht aus 'Der verkauften Braut' ein fein ironisiertes Bilderbuchidyll, leicht und doch ganz ernst genommen. Absolut sehenswert.« (Inforadio vom RBB)
Temperamentvoll musikantisch, rhythmisch zündend und ohne Probleme behaftet scheint die Musik zu Smetanas erfolgreichster Oper »Die verkaufte Braut« im Gegensatz zu der nicht unproblematischen, frei erfundenen Handlung des Librettisten Karel Sabina zu sein: Eine Geliebte einfach an einen Heiratsvermittler zu verkaufen, ist so ziemlich das Schäbigste, was man einer jungen Frau antun kann, auch wenn die Geschichte in einen glücklichen Schluss mündet und Mařenka ihren Jeník statt des schwachsinnigen Vašek heiraten darf. Smetanas komische Oper in drei Akten feiert in der neuen Inszenierung des jungen ungarischen Regisseurs Balázs Kovalik seine Premiere auf der Bühne des Schiller Theaters.
Trotz der stets betonten Aspekte einer nationalen Oper für die Tschechen stellt sich auch heute noch die zentrale Ausgangsfrage in dieser Oper zum Thema Geld und Liebe: Was passiert eigentlich, wenn wir die Liebe verkaufen? Und wer verkauft wen? Verrat, Lüge und Verkauf scheinen in unserer Gesellschaft heute alltäglich geworden zu sein.
Jede Figur im Mikrokosmos des Dorfes zeigt in der Handlung der Oper egoistische, habgierige oder eitle Züge. Das Spiel mit und um die Liebe ereignet sich auch heute tagtäglich. Und man verliert dabei etwas Menschliches. So bewegt sich auch die Handlung der »Verkauften Braut« stets am Abgrund. Als Maxime gilt die Verfolgung des eigenen Ziels. Die Musik dagegen schafft ein reiches Beziehungsgeflecht und eine vielseitige Struktur. Ihre Schönheit, ihre Farben und ergreifenden Momente begleiten das konfliktreiche Leben der Dörfler am Tag der Kirchweih. Die musikalische Nostalgie erweist sich hier als Mittel, das Leben selbst ist aber nicht mehr nostalgisch.


















